Wie oft kommt es vor, dass du gegen das, was gerade passiert, ankämpfst? Dass du mit dem, was gerade ist, nicht zufrieden bist, weil du glaubst, dass es anders sein müsste? Dass du dich lieber ablenkst, um ja nicht dieses „bestimmte“ Gefühl in deinem Körper fühlen zu müssen? Vielleicht können dir meine Erfahrungsberichte weiterhelfen, den Widerstand in dir zu erkennen, wenn einer da ist und dich anregen den inneren Widerstand aufzugeben.

„Lass doch einfach mal los!“

„Liebe was ist!“

„Lebe im Hier und Jetzt!“

Diese Sätze werden in bewegten Zeiten, wie diesen, oft gebraucht. Vielleicht bist auch du schon mit diesen Themen in Berührung gekommen. Klingt ja logisch, nicht wahr? Ist doch ganz einfach, oder nicht? Auch wenn diese Worte heutzutage in aller Munde sind, glaube ich, dass viele Menschen gerade in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, oft eines besseren belehrt werden. Wie meine ich das? Es ist das eine etwas zu wissen. Es ist das andere etwas wirklich verinnerlicht zu haben und zu leben. Auch ich darf Tag für Tag erkennen, wie bewusst ich wirklich bin. Denn meine Lebensumstände und zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen mir stets auf, ob ich wirklich totale Hingabe, Annahme und Bewusstheit lebe.

Erwartungen schüren Widerstand

Gerade dann, wenn wir meinen, etwas müsste nach unseren Vorstellungen passieren, ist Widerstand vorprogrammiert. Dieser macht sich gerade dann bemerkbar, wenn der Ist-Zustand von unseren Erwartungen abweicht. Das durfte ich gerade zu Ostern spüren. Auch zu diesem Ereignis wollte ich mit einem erstklassigen Gedicht überraschen. Doch dieses Mal hatte ich mich zu sehr auf das Ergebnis versteift. Das kam vor allem daher, weil ich mich an meinem kunstvoll kreierten Weihnachtsgedicht orientiert hatte. Dabei vergaß ich, dass das Weihnachtsgedicht rein zufällig in der vollendeten Form entstand, weil ich mir dazumal schlicht und einfach die Zeit und Freiheit eingeräumt hatte, kreativ zu sein. Beim Ostergedicht war das anders. Da ich kurz vor knapp begann, hatte ich die stolze Anforderung an mich selbst, in kurzer Zeit etwas „Besonderes“ abzuliefern. Diese Erwartungshaltung verursachte jedoch Stress in mir. Ständig hatte ich die Gedanken, dass meine Kreation nicht gut genug wäre und dass mir die Zeit davonliefe. Da ich mich zu sehr mit diesen Gedanken identifizierte, baute sich im Bereich meiner Schulterblätter ein Widerstand in Form von großen Verspannungen auf. Ich führte regelrecht einen Kampf gegen mich selber. Ich konnte das, was passierte, einfach nicht akzeptieren. Zu sehr glaubte ich meinen Gedanken, die mir weiß machen wollten, dass das was ich gedichtet hatte, zu wenig wäre. Dabei bemerkte ich nicht, dass ich mich selbst meiner Lebensenergie beraubte. Ich kam erst zur Besinnung, als ich komplett ausgelaugt und erschöpft war.

Erstens kommt es anders, zweitens als du denkst

Entgegen all meiner Erwartungen kam das Ostergedicht, obwohl in meinen Augen sehr einfach und kurz gehalten, gut bei den Menschen an. Das zeigte mir wieder, dass es sowieso anders kommt, als wir zu denken glauben. Es erinnerte mich daran, was ich eh schon wusste, aber vergaß, sobald ich unbewusst wurde: dass uns einzig und allein unsere Geisteshaltung davon abhält, mit dem was ist in Frieden zu sein. Je mehr wir das Ergebnis außen vor lassen und das Tun ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit stellen, desto mehr erleben wir einen Zustand des Friedens und der Freude, anstelle von Enttäuschung, Leid und Widerstand.

Annahme und Hingabe

Als ich gestern aufwachte, nahm ich umgehend einen stechenden, dumpfen Schmerz auf der rechten Seite meines Kopfes wahr. Natürlich war ich nicht gerade begeistert, gerade weil ich zeitig einen Kundentermin hatte, der wie immer meine ganze Aufmerksamkeit und Konzentration erforderte. Doch dieses Mal ließ ich mich nicht mehr auf das Geplapper in meinem Kopf ein. Ich nahm meine Gedanken einfach nicht so ernst. Die zig Versuche eine negative Geisteshaltung gegenüber dem Kopfschmerz zu erzeugen, blieben meist erfolglos. Erwischte ich mich dabei, wie ich auf den Gedankenzug aufsprang, hielt ich inne und richtete meine Aufmerksamkeit auf meine Atmung. Der Schmerz war zwar auch während dem Kundentermin da, aber ich hegte keinerlei Groll gegenüber ihm. Als er zu Mittag wieder verstärkt auftrat, überlegte ich, ob es nicht besser wäre, den Termin in Salzburg abzusagen. Doch ich entschied mich dagegen. Ich ging nach draußen, stellte mich in die Sonne und gab mich einfach dem was war hin. Ich öffnete mich für die energiebringenden Sonnenstrahlen und dem Schmerz und ließ ihn einfach zu. Er durfte, so wie er war, da sein. Früher in meiner Kindheit bzw. Jungendzeit hatte ich jahrelang täglich immense Kopfschmerzen. Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich, dass ich damals viele Umstände nicht verarbeiten bzw. annehmen konnte. Damals hielt ich meine Gedanken für die Wahrheit. Ich identifizierte mich so stark damit, dass ich daraus ein Selbst kreierte. Jeglichen Schmerz lehnte ich ab und wollte ich wegmachen, indem ich die Taktik der Verdrängung zu Hilfe nahm. So stand ich gestern in der Sonne mit dem Wissen, dass ich diesen Schmerz so sein lassen durfte, wie er war. Ich musste ihn nicht lieben, sondern einfach sein lassen, damit er auch wieder gehen konnte. Zwei Stunden später fuhr ich gemeinsam mit einem Kollegen nach Salzburg. Und das schmerzfrei.

Veränderung beginnt mit der Selbsterkenntnis

Mit meinen Erfahrungen, die ich hier und heute mit dir teile, möchte ich ausdrücken, wie es sein kann, im Widerstand zu verharren oder wie es sein kann, den Widerstand aufzugeben. Mögest du jene Impulse für dich herausziehen, die für dich stimmig sind.

Deine Bianca – anders denken & fühlen & glücklicher sein

 

ps.: Hier kannst du den Blogbeitrag auch anhören 🙂