Hand aufs Herz. Machst du das, was du tust mit Liebe und Hingabe, oder machst du es vorwiegend, weil du etwas damit zu erreichen versuchst? Empfindest du bei dem was du tust Freude, oder ist die Aktivität lediglich ein Mittel zum Zweck, weil du hoffst, dass dir das Ergebnis, die ersehnte Freude in der Zukunft bringen wird? Wie sehr tust du etwas wirklich um des „TUNS-Willen“? Im heutigen Beitrag möchte ich dir einen Einblick geben, warum das Wie so viel mehr Qualität hat, als das Was und warum es dir schlussendlich mehr Freude schenkt, als irgendein bestimmtes Ergebnis in der Zukunft.

Kennst du das? Eine Liste mit TO-DO’s, die schier lang ist und in Wahrheit eine „Never-Ending-Story“ ist, weil sie sich sowieso ständig wieder auffüllt? Es mag zwar befriedigend sein, wenn wir viele Dinge abhaken können. Doch ist es wirklich ein so gutes Gefühl, wenn wir uns am Ende des Tages erschöpft oder gar ausgebrannt fühlen, weil wir wie eine Maschine geackert haben? Wie sehr waren wir wirklich bei der Sache? Wie sehr konnten wir das was wir getan haben auch genießen?

Wie ist es mit Zielen, die wir anstreben und die wir konsequent verfolgen. Haben wir Spaß am Weg dorthin oder verfolgen wir diese Ziele mit einer Verbissenheit oder gar Engstirnigkeit? Lieben wir das was wir tun, oder tun wir das was wir tun nur, weil wir durch das Erreichen dieses Ziels glauben, irgendwo anzukommen? Glücklicher zu sein? Oder gar erfüllter zu sein?

Die Freude am Tun

Ein paar Wochen bastelte ich an meinem neuen Gedichte-Flyer herum. Dazu hatte ich mich mit Menschen ausgetauscht, die sich gut in der Materie auskennen. Die tollen neuen Ideen und Impulse hatte ich zum Anlass genommen, um mich in ein neues Grafikprogramm einzulernen und darin herumzuexperimentieren – da mir sowas einfach total viel Spaß macht. Ich kam nach einem doch längeren Schaffensprozess zu einem für mich stimmigen Ergebnis und war hocherfreut über mein „Kunstwerk“. Natürlich wollte ich mir noch eine fachkundige Meinung einer wahren Kennerin einholen. Wer würde sich besser dafür eignen, als meine liebe Schwester, die nicht nur Geschmack und Stil hat, sondern Schönheitsmakel erkennt, seien sie noch so klein und unauffällig. Natürlich hatte sie meinen Entwurf komplett über Bord geworfen. Früher hätte mich das tierisch aufgeregt. Gerade weil ich geglaubt hätte, dass ich meine Zeit verschwendet hätte und diese anderweitig sinnvoll hätte nutzen können. Heute kann ich herzhaft darüber schmunzeln, weil ich weiß, dass es alles andere war, als vergeudete Zeit, weil ich Freude am Tun hatte. Als ich den Auftrag zum Druck des Flyers erteilte, stellte sich heraus, dass die Bildauflösung der Datei zu gering war. Ich atmete tief durch und dachte mir „Wer weiß wofür es gut ist!“ Wir kehrten zum Ursprungsprogramm zurück und die Arbeit begann von Neuem. Wäre mein Augenmerk nur darauf gelegen ein schnelles Ergebnis zu erzielen, wäre ich wohl in Stress geraten, den ich möglicherweise auf meine Mitmenschen übertragen hätte. So besann ich mich auf das zurück was wirklich zählte, nämlich „zu lieben, was ich tue“. Der fertige Flyer war für mich sogar besser, als zuvor. Zudem brauchte ich sowieso neue Visitenkarten und mit demselben Dienstleister konnte ich mir sogar zusätzliche Versandkosten ersparen.

Es geht vielmehr um das Wie, als um das Was

Wenn wir erkannt haben, dass ein Ergebnis an sich oft nur einen flüchtigen Einblick in einen freudvollen Zustand gewährt, welches aus der Qualität unseres Tuns resultiert, dann wissen wir, dass es nicht darauf ankommt was wir machen, sondern wie wir es machen. Dann können wir nicht länger Zielen hinterherjagen, die zwar vielversprechend klingen, aber nicht die unseren sind. Da uns bewusst ist, dass das größte Geschenk im Tun selber liegt, werden wir nur jene Ziele wählen, die auch kongruent mit dem Weg bzw. mit den Prozessen und Aktivitäten dorthin sind.

Verändere dein Wie und sieh was passiert

Bei alltäglichen Dingen und Aktivitäten reicht es oft schon aus das „Wie“ zu verändern, um mehr Qualität und Freude in unser Leben zu bringen. Wie geht das?

Ich kann zum Beispiel spazieren gehen mit der Intention, dass ich mein Soll, dass ich mir gesteckt habe, ohne wenn und aber erfülle. Daran ist ja grundsätzlich nichts verkehrt, solange das Tun nicht zum Mittel zum Zweck wird, um damit etwas zu erzielen. Wie meine ich das? Wenn ich nur spazieren gehe, um quasi ein wenig Sport gemacht zu haben, um mich scheinbar im Nachhinein besser zu fühlen, werde ich versuchen diesen Akt so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen – vor allem, wenn ich in Wahrheit gar keine Lust dazu habe oder sowieso in Zeitnot bin. Folglich leidet die Qualität darunter, sprich das Wie. Ich werde dann widerwillig gedankenversunken meinen Spaziergang absolvieren, mit hoher Wahrscheinlichkeit verpassen, was alles um mich herum passiert und womöglich meinem Körper noch mehr Stress zuführen, weil ich eigentlich schon wieder zu Hause sein sollte, weil die Zeit drängt. Wie du vielleicht schon erahnen kannst, erzähle ich dir das, weil ich das früher so gehandhabt hatte. Heute verbringe ich meine Spaziergänge ganz anders. Der Spaziergang an sich steht im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Mir ist es wichtig, da zu sein, nicht in Gedanken abzudriften, sondern bewusst meine Innenwelt und meine Umgebung wahrzunehmen. Sobald ich nur den Ansatz von Unruhe oder Rastlosigkeit verspüre, bleibe ich stehen, halte inne und frage mich: „Mache ich das was ich tue mit Liebe und Hingabe?“ Und wenn immer die Antwort ein Nein ist, dann weiß ich, dass ich mein Wie verändern darf. Weil ich mir über die Art und Weise, wie ich spazieren gehe bewusst bin, habe ich auch die Chance etwas daran zu verändern, indem ich mich anders entscheide und folglich anders handle.

Stelle das Wie vor dem Was

Meine Weltanschauung hat sich dahin geändert, dass mir am Ende des Tages nicht mehr so wichtig ist, was ich alles getan habe. Sondern wieviel Hingabe und Liebe ich in jede noch so unbedeutende Aktivität eingebracht habe. Denn das Leben beginnt nicht irgendwann in der Zukunft, zu einem speziellen Zeitpunkt, oder zu gewissen Umständen bzw. bestimmten Aktivitäten – sondern es findet „Jetzt“ statt, in jedem Augenblick.

Wie du durch die Welt gehst, ist die entscheidend dafür, was du schlussendlich erntest. Frage dich ab sofort weniger was du alles machst, sondern wie du die Dinge machst. Denn es geht vielmehr um das Wie, als um das Was.

Deine Bianca – anders denken & fühlen & glücklicher sein

ps.: Hier kannst du dir den Blogbeitrag anhören 🙂