Vor 2 Monaten traf ich die bewusste Entscheidung an einer geführten online-Fasten-Woche teilzunehmen. Ich wusste, als ich die Buchung bestätigte, dass ich das Fasten durchziehen und schaffen werde, da ich tief beseelt von einem starken Glauben und einem tiefen Vertrauen war. Ich zog mein Ding durch, weil ich den Tiefs und Meinungen von außen, die natürlich kamen, mit einem klaren Motiv und all dem Wissen, das ich über den online-Kurs erhielt, entgegenwirkte.

Hätte mir vor 14 Monaten jemand gesagt, dass meine damalige Entscheidung „40 Tage Fleisch zu fasten“ der Initialfunke sein würde, dass ich heute mehr vegan als vegetarisch lebe und mich diese Ernährungsform zum Fasten inspirieren würde, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Rückblickend gesehen ist der rote Faden stets erkennbar und so macht auch mein Weg völlig Sinn. So hätte ich die 1-wöchige-Detox-Woche mit Kurzzeit-Fasten und anschließend das 1-wöchige Fasten wohl nicht so gut über die Bühne gebracht. Denn bereits in der Detox-Phase wird man dazu angehalten nur mehr Obst und Gemüse (am besten roh) zu essen bzw. den Speiseplan um Quinoa und Hirse zu erweitern, wenn man, wie ich, nicht zu viel abnehmen wollte. Folglich wird auf jegliches Tierprotein verzichtet. Das ging mir leicht von der Hand. Denn Fleisch aß ich seit über 1 Jahr keines mehr, vom Fisch hatte ich mich gänzlich zu Neujahr verabschiedet, Milch trank ich auch keine mehr und Eier und Käse esse ich nur mehr gelegentlich.

Wie viele Menschen konnte ich mir nicht einmal vorstellen nur 24 Stunden nichts zu essen. Wie sollte ich dann 7 Tage ohne essen durchstehen? Ich kann es nicht wirklich erklären, doch ich fühlte bereits seit Wochen diese große Bereitschaft in mir. Meine Sehnsucht, diese Fasten-Erfahrung mit allen Sinnen zu erleben, war einfach viel größer als die Ausreden, die auftauchten. Mein(e) Motiv(ation) war ganz klar nicht das Abnehmen, obwohl dieser Nebeneffekt natürlich passierte. Da das Immunsystem, laut dem Komplementärmediziner und Fastenarzt Dr. Rüdiger Dahlke, bereits nach 4 Tagen bis zu 40 % gestärkt wird, war für mich in Zeiten wie diesen klar, diesen Weg der Immunsystemsteigerung zu gehen. Toxine werden ausgeschieden, der Darm wird gereinigt und seelischer Ballast kann durch den Fastenprozess auch leichter losgelassen werden.

158 Stunden ohne Essen sind möglich

Es ist möglich fast eine Woche nichts zu essen. Doch es braucht das richtige Motiv und einen starken Willen. Lediglich ein grüner Smoothie zu Mittag sowie eine klare Gemüsebrühe abends waren erlaubt. Mich faszinierte wie wenig Schlaf ich auf einmal benötigte, wie klar ich im Kopf wurde und wie gut meine Verdauung arbeitete, obwohl ich keine Nahrung zuführte. Körperlich gesehen verkraftete ich das Fasten recht gut. Ich hatte kaum Begleiterscheinungen, die so beim Fasten auftreten können. Mein Körper war bereits durch die Detox-Woche gut auf die Fastenwoche vorbereitet worden. Natürlich hatte ich immer wieder mal Stimmungstiefs, gerade in den ersten Tagen der Umstellung – das ist ganz normal. Es gab aber auch Zeiten, wo ich mich an der aufgeräumten Fastenstimmung erfreuen durfte. Das Yoga-Training musste ich ab dem 3. Fastentag schweren Herzens einstellen, da es mir einfach zu anstrengend war. Aber auch das konnte ich nach einer Meditation annehmen. Denn beim Fasten geht es weder ums Leisten noch ums Tun, sondern ums Loslassen und (Da)Sein. Es gibt Fastende, bei denen sich das Hungergefühl schon nach wenigen Tagen verabschiedet. Bei mir war das nicht der Fall. Der Hunger war mein ständiger Begleiter und meldete sich in regelmäßigen Abständen bei mir. Das lag vielleicht auch daran, weil ich schon zu Beginn des Fastens mein Idealgewicht hatte und ich Tag für Tag weiter abnahm, was ich dem Grunde nach nicht wollte, aber natürlich passiert, wenn man nichts isst. Dieses Hungergefühl wirkte sich jedoch positiv auf meine innere Haltung aus: es erdete mich und schenkte mir Demut. Ich bekam ein wenig Ahnung davon, wie es wohl den 1 Milliarden Menschen ergehen muss, die auf dieser Welt nach wie vor hungern.

Der Glaube sprengt Grenzen. Die Motivation steckt im Motiv. Das Vertrauen bringt uns auf den Weg.

Mit dem richtigen Motiv, festen Glauben und tiefen Vertrauen lässt sich vieles meistern. Essenziell war für mich auch, dass ich mir ein Etappenziel von 5 Fastentage setzte. Das war für mich greifbar bzw. erreichbar. Am 5. Fastentag angekommen war ich so vom Ehrgeiz gepackt, dass ich mich dazu entschied die letzten 2 Fastentage doch noch durchziehen. Dann war der Moment des Fastenbrechens gekommen. Nach 158 Stunden bewussten Essensverzicht biss ich von einem Apfel ab und es war himmlisch – eine wahre Geschmacksexplosion.

In Zeiten des Überflusses und zahlreicher Zivilisationskrankheiten ist Fasten eine wunderbare Möglichkeit seinem Körper eine wohlverdiente Pause zu gönnen, Toxine auszuscheiden, den Darm zu sanieren, das Immunsystem zu steigern, körperlichen wie auch seelischen Ballast abzuwerfen und folglich sich selbst näher zu kommen.

Alles Liebe,
Deine Bianca

 

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