Energie will ungehindert fließen. Doch oftmals schneiden wir uns selbst von dieser Energie ab, weil wir im Widerstand mit einem jeweiligen Umstand sind. Wir denken es sollte anders sein und können daher nicht annehmen, was gerade ist – leider stets zu unserem Nachteil, denn der Leidtragende sind wir selbst.

Es wäre so einfach im Fluss des Lebens zu sein. Wäre da nicht unser Verstand, der uns mit seiner ständigen Erwartungshaltung und seinem andauerndem Bewerten viel zu oft einen Strich durch die Rechnung macht. Wir verschließen unser Herz und glauben mit unserem Widerstand gegen eine jeweilige Situation den gewünschten Effekt zu erzielen. Ich für mich kann aber sagen, dass ich mit so einem Verhalten immer den Kürzeren ziehe. Ich leide, aber Gott sei Dank nicht mehr so lange wie früher, da ich weiß, was ich brauche, um mein Herz wieder zu öffnen.

Mein Indikator für Widerstand ist, wenn ich Verspannungen im Brustbereich bzw. oberen Rücken empfinde. Verharre ich in diesem Widerstand, kann ich wahrnehmen, wie mein Energielevel sukzessive abnimmt. Uns fällt oftmals gar nicht auf, dass wir selbst es sind, die sich der eigenen Lebensenergie berauben, mit der Art und Weise, wie wir denken und fühlen. Ein wirksames Loslass-Ventil ist für mich das Weinen. Wenn sich länger etwas in mir aufgestaut hat, braucht es nicht viel, um das Meer aus Tränen ins Fließen zu bringen. Ich habe gelernt diese sehr emotionale Seite an mir zu bejahen, auch wenn mein Verstand das Weinen im jeweiligen Moment als völlig unpassend empfindet. Für meinen Körper ist es jedoch eine große Abhilfe. Das fällt für mich unter den Begriff Selbstliebe. Dieser weinerliche Teil gehört zu mir und darf so sein, wie er ist. Oft verschlimmern wir jedoch Blockaden in uns, gerade weil wir beurteilen, wie wir in einer bestimmten Situation zu sein haben.

Was hilft dir dabei dich aus dem Widerstand zu befreien und dein Herz wieder zu öffnen?

Je besser wir uns kennen und wirklich wissen was wir brauchen, desto eher können wir unsere Energie wieder ins Fließen bringen. Doch das braucht vor allem eins: Zeit der Innenschau. Und das bedeutet sich mit unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen und Klarheit darüber zu erlangen, welche Gedanken wir hegen und pflegen.

Ich wusste, dass meine gedankliche Haltung für meine immensen Verspannungen verantwortlich war. Doch weder Meditation, Yoga, Spaziergänge, das Chanten, noch das Schreiben holten mich aus diesem verspannten Zustand raus. Ich konnte schlicht und einfach nicht loslassen – bis ich einen feinen Impuls in mir wahrnahm. Vor kurzem hatte ich eine alte CD von meiner Lieblings-Violinistin aus der Kindheit gefunden. Ich spielte die CD ab und lauschte einfach. Bereits nach einer Minute berührte die Geigenmusik mein Herz und eine Träne nach der anderen kullerte meine Wange hinab. Ich kombinierte es dann noch mit freiem Tanz und die Mauer des Widerstandes brach in sich zusammen. Augenblicklich vernahm ich eine Erleichterung. Ich spürte wie mein Brustkorb sich weitete und nahm Moment für Moment wahr, wie sich mein Herz wieder öffnete.

Unsere Energie will ungehindert fließen. Es ist das Nicht-Annehmen des gegenwärtigen Moments, das unser Herz verschließt und die Energie in uns ins Stocken bringt. Was hilft dir dabei dein Herz wieder zu öffnen?

Alles Liebe,

Deine Bianca

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