Tust du etwas vorherrschend um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, oder weil du Freude am Tun hast? Wirst du von deinen Mitmenschen bestärkt deinen Interessen zu folgen, oder wirst du gleich gefragt, was dir dieses und jenes zukünftig bringt? Hand aufs Herz, wie lange ist es her, dass du etwas gemacht hast, ohne irgendein Ziel zu verfolgen, sondern weil du liebst, was du tust?

Vorgestern saß ich mit einer lieben Freundin zusammen und sie erzählte mir voller Freude von ihrem nächsten Vorhaben. Dabei ging es um eine Ausbildung, für die sie sich entschieden hatte. Nicht weil sie damit etwas erreichen will, sondern weil sie diese Thematik schlicht und einfach interessiert. Die Folgeerscheinung wird zwar ein Diplom sein, welches aber für sie derzeit keinen Stellenwert hat. Sie war ziemlich entrüstet als ihre Schwester lediglich fragte, zu welchem Zwecke das Ganze diene und was ihr das bringen würde. Sie hatte das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen, weil sie etwas tut, das ihr Spaß macht und das nicht in erster Linie auf ein Ergebnis abzielt. Wenn du so etwas schon einmal selbst erlebt oder bei irgendjemand anderen beobachtest hast, kannst du womöglich nachempfinden, wie sich meine Freundin wohl gefühlt haben muss.

Als Kind wurden wir meist nicht gefragt, warum wir dieses und jenes machten. Da waren manche Eltern froh darüber, dass wir uns selber beschäftigen konnten, weil das zugleich eine Verschnaufpause für sie bedeutete. Wenn wir spielten, dann ging es nicht darum etwas zu erreichen, sondern weil wir Spaß am Spiel hatten. Mit dem Alter und der Verhaltensprägung ändert sich vieles, vor allem unser eigenes Weltbild. Plötzlich rückt das Ziel in den Mittelpunkt und das Tun wird zum Mittel zum Zweck, um irgendwann einmal in der Zukunft das ersehnte „Etwas“ zu finden. Dabei vergessen wir mehr und mehr, was wir schon einmal wussten und uns wahre Freude bescherte: den gegenwärtigen Moment mit all unseren Sinnen zu erleben.

Was im Leben wirklich zählt

In der heutigen Leistungsgesellschaft, wo Erfolg meist dazu dient, um jemand zu sein, passiert es immer häufiger, dass wir Zielen nachjagen, die oft nicht die unseren sind und die uns sprichwörtlich ausbrennen können. Wir verlieren uns im sinnlosen Tun, nur um etwas zu erreichen, weil wir glauben dadurch die erhoffte Erlösung zu finden. Das Ziel steht im Vordergrund, das bewusste, qualitative Tun ist zweitrangig. Oft ist die Enttäuschung groß, wenn das Ziel, das wir erreicht haben, nicht den gewünschten Gefühlszustand bringt. Dabei wir das außer Acht gelassen, was in meinen Augen im Leben wirklich zählt: der gegenwärtige Augenblick, indem jegliches Erlebnis innewohnt. Als Kind war uns das bewusst. Wir erkannten die Schönheit in jedem Augenblick und erkundeten die Welt mit offenen, neugierigen Augen. Wir waren präsent. Nicht mit unserem Denken identifiziert. Missbrauchten den gegenwärtigen Moment nicht um irgendwo hinzugelangen, weil das größte Geschenk selbst in diesem einen Augenblick lag.

Es geht nicht darum was du tust, sondern wie du es tust

Wenn wir etwas tun, nur um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, geht etwas Wesentliches verloren: unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit, um die bestmöglichste Qualität hier und jetzt abzuliefern. Statt voll bei der Sache zu sein, sind wir meist abgelenkt durch unsere Gedanken, die um die Zukunft oder Vergangenheit kreisen. So passiert es, dass wir Dinge halbherzig tun, weil die Tätigkeit nur als Mittel zum Zweck dient, um irgendein Ziel zu erreichen. Dass wir in der Interaktion mit Menschen wertvolle Impulse verpassen, weil wir gedanklich bereits beim nächsten Termin sind. Dass wir reaktiv handeln, weil wir nicht wach genug sind, um wiederkehrende Verhaltensmuster zu erkennen. Wenn wir jedoch etwas tun, das wir mögen oder gar lieben, dann geht es in erster Linie nicht mehr darum anzukommen, sondern die Reise bis ans Ziel mit all unseren Sinnen zu genießen. Wenn wir erkennen, dass jeder Augenblick ein wunderbares Erlebnis in sich trägt, dann werden wir jede Tätigkeit als sinnvoll und wertvoll erachten und hingebungsvoll und achtsam verrichten. Wir haben erkannt, dass es nicht darum geht, was wir tun, sondern wie wir es tun.

Erlebnis vor Ergebnis

Es geht nicht darum seine Ziele über Bord zu werfen, sondern seine Prioritäten richtig zu ordnen. So können wir herausfinden, ob wir lieben, was wir tun, oder ob wir etwas tun, nur um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Eure Bianca – Happiness ist eine Entscheidung

 

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