Kennst du dieses Gefühl von einem Vorhaben völlig berauscht zu sein? Eine unbändige Energie, die sich in dir breit macht, je weiter du diesen Gedanken spinnst? Eine Entschlossenheit, die auf einmal da ist und die dir sagt: „Ich pack das jetzt an!“ So war ein zündender Gedanke ausschlaggebend dafür, dass Michaela sich entschied mit ihrem inneren Schweinehund in den Ring zu steigen. Als Anti-Läuferin traf sie im Sommer während ihres Krankenhausaufenthaltes die Entscheidung am 5,2 km langen Wolfgangseelauf teilzunehmen. Und weil sie über ihre Vision redete, fand sie auch Gleichgesinnte, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützten.

Alles begann mit einem Gedanken. Ein Gedanke, der so motivierend war, dass Michaela ganz und gar von diesem Gedanken beseelt war. Ich kann mich noch gut an die Situation im Krankenhaus erinnern, als mir Michaela voller Freude erzählte, dass sie im Oktober beim Wolfgangseelauf teilnehmen wolle. Sie wusste noch nicht wie, weil sie so gut wie gar keine Lauferfahrung hatte, doch das störte sie nicht im Geringsten. Denn immerhin hatte sie in den letzten 4 Jahren bravourös 40 kg abgenommen und da war anfänglich auch nicht klar, wie das gehen sollte. Michaela machte einen sehr entschlossenen Eindruck auf mich. Sie wolle umgehend mit dem Training beginnen, sobald die Ärzte die Freigabe zum Sport erteilen würden – das noch 6 lange Wochen dauern sollte.

Rede über deine Vision und du wirst Gleichgesinnte finden

Viel zu oft behalten wir unsere Träume, Ziele, Visionen für uns, weil wir meist Angst vor den Reaktionen unserer Mitmenschen haben. Verständlicherweise, da uns gerade Menschen mit einer demotivierenden Haltung schnell einschüchtern und unseren Traum zunichtemachen können, wenn wir noch nicht stabil genug sind. Doch andererseits gehen uns dadurch auch wertvolle Chancen und Möglichkeiten durch die Lappen – wie zum Beispiel die „richtigen“ Menschen zu gewinnen, die uns bei unserem Vorhaben unter die Arme greifen könnten.

Michaela hatte den Mut ihre Vision, mit Menschen aus ihrer Umgebung, zu teilen. Natürlich waren da auch Kritiker und Skeptiker mit von der Partie, die unbedingt anbringen mussten, dass sie das niemals schaffen würde. Doch zu ihrer Überraschung gab es vielmehr Menschen, die ihr Vorhaben begrüßten und sie dabei unterstützen wollten. Am Ende des Tages gab es mehr als ein Dutzend Menschen, die sich Michaela anschlossen und mitlaufen wollten. Darunter waren Männer und Frauen, die gemeinsam auf ein klares Ziel lossteuerten – unter ihnen ein Barfuß-Coach, ein Iron Man, ein Tai-Chi-Lehrer, Sportbegeisterte, Hobbyläufer und Ich-will-einfach-dabei-sein-Läufer.

Willst du das was du willst wirklich?

Die Wochen vergingen und die Kondition von Michaela verbesserte sich Laufschritt für Laufschritt. Doch nicht zu selten prüft uns das Leben, ob wir das was wir wollen, auch wirklich wollen. Gut 3 Wochen für dem Lauf stürzte Michaela die Treppen hinunter. Die Prellungen und blauen Flecken, die mit jedem Schritt spürbar waren, hätten Michaela dazu veranlassen können, das Handtuch zu werfen. Sie hätte in Selbstmitleid baden können und ihre Opferitis ausspielen können. Doch sie entschied sich dagegen. Sie packte ihren inneren Schweinehund am Rockzipfel und verkündete entschieden „Jetzt erst recht!“

Gemeinsam statt einsam alleine

Es ist der 21. Oktober 2018, kurz vor 10:30. In wenigen Sekunden fällt der Startschuss zu einem unvergesslichen Lauf – gemeinsam mit Gleichgesinnten – mit dem Team fürs Leben. Der Wettbewerb beginnt. Ich warte mit dem Rest der Bande im Ziel. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir können es kaum erwarten unser Team jubelnd zu empfangen. Die ersten trudeln ein, mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Wir freuen uns mit ihnen. Und so geht es weiter, bis Michaela freudenstrahlend die Ziellinie überquert. Und wir harren weiterhin im Ziel aus (noch knapp 2 Stunden), bis der letzte unserer Truppe nach einer 27-km-langen-Reise endlich im Ziel angelangt ist, klar nach dem Motto: „Einer für alle und alle für einen.“ Das nenne ich wahrhaftigen Teamspirit.

Die Kraft der Gruppe

Michaela ist das lebendige Beispiel dafür, dass man mit Menschen, die einem wohlgesonnen sind, außerordentliche Leistungen vollbringen kann. Viel zu oft strampeln wir uns alleine ab, anstelle den Weg gemeinsam mit Gleichgesinnten zu gehen. Das gilt sowohl privat, als auch im beruflichen Kontext. Tolle Synergien entstehen, wenn sich unterschiedliche Charaktere mit ähnlichen Werten und ihren Gaben und Talenten auf Augenhöhe zusammenfinden. Und dadurch können wir Großartiges erschaffen, das Sinn macht, von Nutzen ist und Wert stiftet – für die Gemeinschaft, unsere Mitmenschen und uns selber. Together ist einfach better. 🙂

Deine Bianca

ps.: Hier kannst du dir den Podcast dazu anhören.

 

Bildquelle: Michaela Kirchsteiger