Kennst du die Tage, an denen du völlig unrund bist? Du bist innerlich geladen, fühlst dich gereizt, bist ungeduldig, einfach nicht in Balance. Egal was du tun wolltest, du fühlst dich auf Grund deiner aktuellen Verfassung einfach nicht danach. Heute mache ich dich mit der Kraft der Stille vertraut (sofern du das noch nicht bist) und wie du damit deine aktuelle Gefühlslage ins Positive umwandeln kannst.

Es gibt Tage, die einfach wunderbar sind, Tage, die so lala sind und Tage, die dich einfach in den Wahnsinn treiben. Gestern hatte ich einen solcher „Wahnsinns-Tage“ :-). Ich fühlte mich schlicht und einfach genervt – vor allem von meinen Gedanken, die mich mit ihren TO-DO’s quasi um den Verstand brachten. Da saß ich nun vor meinem Laptop und starrte ein Loch in den Bildschirm. Nach einer gefühlten Ewigkeit stand ich auf, kramte herum, versuchte mich mit meinem Handy abzulenken und setzte mich wieder hin und machte weiter … mit „Nichts“. Gott sei Dank war ich alleine. Denn die Chancen wären ziemlich gut gestanden einen lieben Menschen mit einer taktlosen Bemerkung anzumachen. Denn viel zu oft lassen wir unsere Launen an unseren Mitmenschen aus, die in Wahrheit nichts dafür können, dass wir von uns selber angepisst sind. Dieser Gedanke reichte aus, um mir bewusst zu machen, dass ich meinen Seinszustand verändern musste, wenn ich mich anders fühlen wollte.

Was ist ein Seinszustand?

Ein Seinszustand ist nichts anderes, wie die Art und Weise, wie wir denken und fühlen. Gefühle sind die Sprache des Körpers und Gedanken sind die Sprache des Gehirns. Alles zusammen ergibt einen wunderbaren Kreislauf aus Gedanken und Gefühlen, die schlussendlich einen gewissen Seinszustand ergeben. Und dieser Seinszustand ist dann eben positiv, neutral oder negativ – je nachdem welche Gedanken ich zuvor gedacht und welche Gefühle ich zuvor gefühlt habe.

Wie veränderst du deinen Seinszustand?

Nachdem wir erkannt haben, dass unsere aktuelle Stimmung abhängig von unseren Gedanken und Gefühlen ist, können wir diesen Kreislauf auch durchbrechen. Wie? Indem wir ab sofort anders denken und/oder anders fühlen. Dies erfordert jedoch eines: Bewusstheit. Denn wir müssen uns klar darüber sein, wie wir uns gerade fühlen und was wir alles denken, um etwas verändern zu können. Bei vielen Menschen läuft die Gedanken- und Gefühlsschleife völlig automatisch ab. Und da den meisten Menschen nicht bewusst ist, dass ihre aktuelle Gefühlslage das Produkt ihrer Gedanken und Gefühle ist, machen sie weiter mit dem Denken und Fühlen wie bisher und folglich verändert sich nichts. Wenn wir uns also anders bzw. besser fühlen wollen, dann müssen wir auch unseren Seinszustand verändern – sprich unsere Gedanken und Gefühle.

Die Kraft der Sille

Da ich gestern ziemlich stark mit meinen Gedanken und Gefühlen identifiziert war, wusste ich, dass ich härtere Maßnahmen ergreifen musste, um da wieder rauszukommen. Wozu entschied ich mich also? Etwas was mir im Augenblick völlig widerstrebte, aber wo ich wusste, dass es höchst effektiv ist: nämlich die Kraft der Stille, in Form einer stillen Meditation. Ich stellte mir also den Timer auf 1 Stunde und begann mit der Meditation.

Selbst nach 1,5 Jahren Meditationspraxis wusste ich, dass mich das ziemlich fordern würde. Und das tat es auch. Negative Gefühle suchten mich heim in Form von Ungeduld und Wut. Diese feuerten natürlich meine Gedanken an, die mich ständig dazu bringen wollten aufzustehen und diese doofe Meditation sein zu lassen. Immer wieder verlor ich das Bewusstsein, da ich mich in meinen Gedanken und Gefühlen verlor. Doch sobald mir das bewusst wurde, kehrte ich umgehend ins Hier und Jetzt zurück. Dann fing mein Körper an gewissen Stellen zu Schmerzen an, der wiederum nichts anderes versuchte, als meine Aufmerksamkeit weg vom gegenwärtigen Moment, hin zum Schmerz zu lenken. Der freie Wille, der uns in solchen Momenten immer bleibt, half mir eisern zu bleiben und mich keinen Millimeter zu bewegen. So ging es eine Zeit lang noch weiter, bis sich der Widerstand löste und Frieden einkehrte.

Auf einmal spürte ich ein warmes, kribbeliges Gefühl in meinem ganzen Körper. Ich hatte das Gefühl meinen Körper voll und ganz in jeder Körperzelle zu bewohnen. All meine Sinne waren auf einmal geschärft. Ich spürte, wie etwas Weiches langsam und sanft meine Wange hinunterkullerte – es war eine Träne, die ich mit solch einer Präsenz wahrnahm, wie noch nie zuvor. Ich hatte mich und meine gedanklichen und körperlichen Begrenzungen überwunden.

Meditation wirkt

Viele Jahre war für mich Meditation ein Mythos, der nur bärtigen Gurus oder Mönchen vorbehalten war. Heute weiß ich, dass Meditation für jedermann zugänglich ist, wenn man gewillt ist die nötige Zeit und Disziplin fürs Training aufzubringen. Das heißt nicht, dass man gleich von Beginn an 1 Stunde still dasitzen muss, sondern, dass man mit kleinen Schritten anfängt, wie etwa mit 5 oder 10 Minuten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es so und so mehr wird, wenn man erst einmal die positiven Auswirkungen zu spüren bekommt, in Form von Gelassenheit, Frieden, innere Ruhe, Freude, und vieles mehr.

Wenn wir erkannt haben, dass wir unsere aktuelle Gefühlslage verändern können, liegt es an uns es zu tun. Und das erfordert, wie so vieles im Leben, eine Entscheidung.

Eure Bianca – Happiness ist eine Entscheidung