Oft lassen wir eine Gelegenheit nach der anderen verstreichen, um das zu tun, was unser Herz wirklich nährt und stärkt. Wenn wir ehrlich sind, ist es Wahnsinn gerade die Dinge aufzuschieben, die uns wirklich glücklich machen. Und doch finden wir tausend Gründe, warum wir sie jetzt nicht tun können. Bei mir hatte es geschlagene 1,5 Jahre gedauert bis ich mich endlich dazu aufrappeln konnte, das zu tun, was ich von Herzen liebe: nämlich frei zu tanzen. Nicht alleine, sondern in Verbindung mit Menschen, beim heutigen Sundance.

Ich befinde mich inmitten von ca. 40 – 50 tanzbegeisterten Menschen. Ich höre die Musik nicht nur, ich fühle sie mit all meinen Sinnen. Ich habe die Augen geschlossen und spüre, wie sich mein ganzer Körper langsam auf die Musik einstimmt. Sanft wippe ich hin und her, während meine Hände Kontakt mit meinem Herzen aufnehmen. Hitze steigt in mir hoch. Gänsehaut macht sich breit. In meinen Augen schießt Tränenflüssigkeit ein. Ich kenne das, wenn ich total von einer Situation überwältigt bin. Da bin ich im Moment, voll bei mir, verbunden mit meinem Herzen. Worte können nicht ausdrücken, was ich in diesem Moment wirklich empfinde, doch ich würde es als Liebe bezeichnen. Liebe, die mich zu Tränen rührt, weil mein Herz tanzt. In so einem Moment komme ich immer wieder zur selben Erkenntnis: tanzen lässt mich Eins werden – mit mir und meiner Umgebung. Ich fühle mich mit allem und jedem im Raum verbunden.

Ich blicke mich um und erkenne die Schönheit in jedem Menschen. Wir alle tragen unsere persönliche Geschichte stets mit uns. Doch während des Tanzens scheint diese in Vergessenheit zu geraten. Nach und nach schütteln wir unseren Ballast ab, nehmen wir unsere Masken ab, breiten unsere Flügel aus und erlauben uns mehr davon zu zeigen, wer wir wirklich sind. Da zählt nicht die berufliche Stellung, noch der materielle Besitz. Es zählt auch nicht die ethnische Herkunft, das Geschlecht, der Beziehungsstatus, noch wieviel Geld wir am Konto haben. Was zählt ist, wer wir in diesem Moment sind. Dem Körper werden keine Grenzen auferlegt. Alles ist erlaubt. Alle Emotionen sind willkommen. Alles darf sein. Der Tanz verleiht jedem in diesem Raum seine ganz persönliche Stimme. Wir können alles sein.

Nach 2 Stunden intensiven, ausdrucksstarken Tanz bin ich leer. Die Leere fühlt sich gut an – leicht, freudig und friedvoll. Und wieder einmal komme ich zu der Erkenntnis, dass ich viel zu viel Zeit verstreichen hab lassen, das zu tun, was mich am besten in meine Mitte bringt. Doch oft braucht es immer wieder dieselbe Erfahrung, bis sich diese so stark in unser Erinnerungsvermögen einbrennt, dass wir sie nicht mehr missen wollen. Ich will definitiv mehr von der Erfahrung der Verbundenheit, Einheit, Zufriedenheit und Selbstzentriertheit. Das ist eine Form der Liebe, die ich mir selber geben kann, zu jeder Zeit, wenn ich mich dafür entscheide.

Wonach sehnt sich dein Herz? Was bringt dich in deine Mitte? Was macht dich glücklich? Was wartet schon lange darauf von dir wieder einmal gefühlt bzw. erfahren zu werden? 🙂

Deine Bianca

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